Kauf
Alarmsets: vier, beurteilt an dem, was ausfällt
Alarmsets werden über Melderzahlen verkauft und über vier andere Dinge entschieden: was passiert, wenn der Netzstrom ausfällt, was passiert, wenn das Breitband ausfällt, ob die Zentrale einen Melder bemerkt, der aufgehört hat zu melden, und ob jeder im Haus scharf schalten kann, ohne eine App zu installieren. Nicht jedes Set beantwortet das: HUXGO nennt bis zu sechs Stunden Notstrom und einen 4G-Weg, Goliath bidirektionalen Funk und ein RFID-Keypad, X-Sense ein Keypad — ABUS zu keinem der vier Punkte etwas.
Von Jean-Benoit Buisson
Eine Alarmanlage wird danach beurteilt, was sie tut, wenn etwas schiefgeht, und nicht danach, wie viele Kontakte in der Packung lagen.
Notstrom
Eine Zentrale ohne Batterie wird durch das Ziehen einer Sicherung stumm. Das ist die erste Frage, und sie steht selten vorn auf der Verpackung.
Ein zweiter Weg
WLAN und Mobilfunk sind unabhängig voneinander; WLAN allein ist es nicht. Fällt der Router aus — absichtlich oder nicht — meldet eine Anlage mit nur einem Weg gar nichts.
Überwachung der Melder
Zweiwegfunk bedeutet, dass die Zentrale jeden Melder bestätigt und bemerkt, wenn einer aufhört zu melden. Einwegsysteme halten Stille für normal, und genau diesen Zustand versucht jemand herzustellen.
Ein Bedienteil
Keine Funktion — die Sache, die entscheidet, ob die Anlage scharf bleibt. Eine Alarmanlage, die nur eine Person bedienen kann, wird zu einer Alarmanlage, die niemand scharf schaltet.
Die Melderzahl
Zuletzt. Zählen Sie Ihre Öffnungen im Erdgeschoss und rechnen Sie damit, nachzukaufen.
Welches Gerät brauchen Sie?
- Sie wollen ein ganzes Haus abdecken
- Zählen Sie die Öffnungen, bevor Sie Sets vergleichen.
- Sie haben ein Haustier
- Tierimmune Melder, sonst endet die Anlage unscharf.
- Sie wollen, dass jemand kommt
- Aufschaltung ist ein Dienst, kein Gerät.
- Sie montieren selbst
- Ein Funkset installieren Sie eigenhändig, was das Budget stark verändert.
Die Wahl nach Einsatzzweck
Außenhautüberwachung
Kontakte an Türen und Fenstern: erkannt wird das Öffnen, nicht die Anwesenheit.
Innenraumüberwachung
Bewegungsmelder im Haus, die greifen, wenn jemand bereits drin ist.
Abschreckung
Innen- und Außensirene, deren Wirkung auf Lärm und Störung beruht.
Fernmeldung
Die Benachrichtigung, die nur zählt, wenn jemand darauf reagieren kann.
Die Kriterien, auf die es wirklich ankommt
- Die Zahl der Öffnungen
- Das Basisset deckt selten ein Haus. Zählen Sie erreichbare Türen und Fenster, bevor Sie Preise vergleichen.
- Die Erweiterbarkeit
- Ein System, das nicht wachsen kann, wird zur Sackgasse. Prüfen Sie die maximale Zahl der Komponenten.
- Tierimmunität
- Ohne sie führen Fehlalarme dazu, dass niemand mehr scharf schaltet, was alles zunichtemacht.
- Verhalten bei Ausfall
- Stromausfall, Internetausfall: was bleibt? Eine Anlage, die mit dem Router endet, schützt schlecht.
- Das Abo
- Manche Sets laufen eigenständig, andere verlieren das Wesentliche. Die laufenden Kosten übersteigen schnell den Kaufpreis.
Welches Kriterium für welchen Einsatz
Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Das Basisset für ein Haus kaufen
- Es ist für deutlich kleinere Wohnungen ausgelegt. Die Nachrüstung kostet oft mehr als der Aufpreis zum größeren Set.
- Die Außensirene weglassen
- Eine Innensirene stört den Eindringling, eine Außensirene alarmiert die Nachbarschaft. Das ist nicht dieselbe Aufgabe.
- Meldung mit Einsatz verwechseln
- Eine Benachrichtigung aus dreihundert Kilometern Entfernung bringt ohne jemanden vor Ort nichts.
- Melder gegenüber Wärmequellen setzen
- Heizkörper, Fensterfront, Lüftungsauslass: die meisten Fehlalarme entstehen durch die Montageposition.
Die Wahl nach Anwenderprofil
- Das Familienhaus
- Braucht ein erweiterbares Set und tierimmune Melder.
- Der oft Abwesende
- Gewinnt vor allem durch den menschlichen Anschluss: Aufschaltung oder Vertrauensperson.
- Der Selbstmonteur
- Installiert ein Funksystem selbst und spart die Montage, wenn er die Positionen sorgfältig wählt.
Pflege und Lebensdauer
Eine Funkanlage lebt von ihren Batterien, und eine Zentrale, die seit Wochen warnt, wird irgendwann überhört. Verschmutzte Melder werden launisch, lange bevor sie ausfallen, und genau dieses unberechenbare Verhalten führt dazu, dass niemand mehr scharf schaltet.
- Tauschen Sie Komponentenbatterien nach festem Kalender.
- Reinigen Sie Erfassungsfenster einschließlich Staub und Spinnweben.
- Testen Sie jeden Melder mindestens einmal im Jahr.
- Prüfen Sie die Ausrichtung der Öffnungskontakte: arbeitende Türen verschieben sie.
Sicherheit
Eine Alarmanlage ist vernetztes Gerät und Lärmquelle zugleich.
- Ändern Sie Standardcode und Kontopasswort.
- Begrenzen Sie die Sirenendauer: In Deutschland gilt für das akustische Signal einer Außensirene ein Richtwert von höchstens drei Minuten.
- Sagen Sie den Nachbarn Bescheid, damit sie sich nicht an die Sirene gewöhnen.
- Halten Sie das System aktuell: die Zentrale hängt am Internet.
Fragen, die wirklich gestellt werden
Gibt es dafür einen Rabatt bei der Hausratversicherung?
Meist nicht: Versicherer verlangen für einen Nachlass in der Regel eine VdS-anerkannte Anlage mit fachgerechter Montage. Keines dieser vier Sets nennt in seinen Angaben eine VdS-Anerkennung — sie schützen trotzdem, nur eben nicht zum Rabatt. Fragen Sie vor dem Kauf bei Ihrem Versicherer nach.
Brauche ich einen Mobilfunk-Rückfall?
Er ist der Unterschied zwischen einer Anlage, die einen ausgesteckten Router übersteht, und einer, die es nicht tut. Prüfen Sie die Generation: In Deutschland ist 3G seit 2021 abgeschaltet und 2G läuft noch, doch auch sein Ende ist absehbar — ein 2G-Rückfall hat also ein Ablaufdatum, ein 4G-Rückfall nicht.
Wohin gehört die Zentrale?
Dorthin, wo sie von der Haustür aus weder zu sehen noch schnell zu erreichen ist. Eine Zentrale im Flur ist das Erste, was gefunden und ausgesteckt wird, und die Eintrittsverzögerung, die Sie einstellen, ist genau die dafür verfügbare Zeit.
Reicht ein Basisset für ein Haus?
Selten. Diese Sets sind für kleine Wohnungen ausgelegt; zählen Sie Ihre erreichbaren Öffnungen, bevor Sie Preise vergleichen.
Kabel oder Funk?
Funk montieren Sie selbst und nehmen ihn mit, Kabel braucht keine Batterien. Im Bestandsgebäude gewinnt fast immer Funk.
Und mit Hund oder Katze?
Es braucht tierimmune Melder und passende Montage. Sonst führen Fehlalarme dazu, dass dauerhaft niemand mehr scharf schaltet.
Lohnt eine Aufschaltung?
Sie verwandelt eine Meldung in einen tatsächlichen Besuch. Ohne sie braucht es eine Vertrauensperson in der Nähe.
Was passiert bei Stromausfall?
Das hängt vom System ab. Notstromakku und Ersatzverbindung prüft man vor dem Kauf, nicht während des Ausfalls.
Kann man sie beim Umzug mitnehmen?
Ein Funksystem lässt sich abbauen, was es für Mieter und Kurzzeitbewohner deutlich attraktiver macht.