Ein KESSER-Produkt erscheint hier, ein elektronischer Tresor mit 35 × 25 × 25 cm Außenmaß, und er enthält einen Konstruktionsgedanken, der es wert ist, benannt zu werden.
Der externe Batteriekasten
Die häufigste Art, wie ein elektronischer Tresor ausfällt, ist undramatisch: Die inneren Zellen sind leer, das Tastenfeld reagiert nicht mehr, und der Notschlüssel liegt im Tresor.
KESSER liefert einen Kasten mit, der das Tastenfeld von außen versorgt, sodass der Tresor normal öffnet. Das ist ein Hersteller, der darüber nachdenkt, wie sein Produkt tatsächlich ausfällt, und nicht darüber, wie es spezifiziert ist — und das ist mehr wert als die meisten Zahlen in der Tresor-Rubrik.
Derselbe Tresor hat drei doppelte Stahlriegel, was die Verriegelung über die Türkante verteilt, sowie einen 130-dB-Alarm bei Manipulation oder nach drei falschen Codes.
Was angegeben ist und was nicht
KESSER nennt eine 4 mm starke Stahltür, aber keine Wandstärke. Das ist die halbe Antwort: Wer einen kleinen Tresor aufbricht, kann ebenso an der dünneren Wand ansetzen oder den ganzen Korpus aus der Verankerung hebeln. Eine Prüfung nach EN 14450 oder EN 1143-1 gibt KESSER nicht an; für höhere Entschädigungsgrenzen der Hausratversicherung bei Bargeld und Schmuck zählt er deshalb in der Regel nicht.
Befestigen, und wohin mit dem Notschlüssel
Der Tresor lässt sich am Boden oder an der Wand verschrauben, und das sollte er: Unverschraubt trägt man einen Kasten dieser Größe samt Inhalt aus dem Haus und öffnet ihn woanders in Ruhe. Am besten hält eine Verschraubung in Beton oder Mauerwerk, mit Schwerlastdübeln statt der oft beiliegenden Kunststoffdübel.
Der mitgelieferte Notschlüssel gehört an einen anderen Ort als der Tresor — nicht in die Schublade darunter. Und der 130-dB-Alarm wirkt nur, wenn jemand ihn hört: In einem bewohnten Haus vertreibt er, in einem leeren Ferienhaus stört er höchstens die Nachbarn.